schwirrende Gedanken

Führerschein Theorie? Beim zweiten Versuch? Check. Führerschein Praktisch? Durchgefallen.
Das ist meine Bilanz. Das erste Mal immer durchfallen. Ich bin ein Durchfaller. Den Spott von einigen Freunden, möchte ich mir gar nicht erst anhören. Deswegen: wehe wenn ihr es weiter sagt!
Eigentlich bin ich mit der Einstellung dahin gegangen, dass ich es nicht schaffe. Absolut keine Erwartungshaltung. Ich wusste, ich schaffe es nicht. Doch wenn ich es schon wusste, warum habe ich mich überhaupt für die Prüfung angemeldet? Bin ich etwa ein Masochist, der darauf steht öffentlich gedemütigt zu werden? Der es liebt, die Enttäuschung der Eltern in ihren Augen lesen zu können? Der es erregend findet, vom Prüfer und vom Fahrlehrer mit strafenden Blicken gemahnt zu werden? Bin ich etwa so eine Person? Meine Mutter sagt immer: ‚Wenn du dir etwas vornimmst, dann klappt das. Wünsch dir deinen Führerschein einfach und du wirst ihn bekommen.‘ Als pessimistischer Zyniker, konnte ich ihre naiven Worte nur belächeln aber steckte dort vielleicht doch ein bisschen Wahrheit drin? Wenn ich es mir stark genug gewünscht hätte, hätte ich dann das Einparken hinbekommen und wäre nun nicht eine klischeehafte Frau, die von allem was vier Räder hat, die Finger lassen sollte? Liegt es an meiner mangelnden, positiven Einstellung, dass ich immer erst in den sauren Apfel beißen muss, bevor mir etwas gelingt? Oder bin ich schlicht und einfach ein Versager?
Ich tippe eher auf das Zweite. Größtenteils nur aus Protest gegen meine Mutter. Oder aus Prinzip, da ich ihr nicht Recht geben möchte. Mein Ehrgeiz habe ich heute zwar verloren, mein Dickschädel jedoch bleibt. Stur wie eh und je, marschiere ich jetzt erhobenen Hauptes in meine zweite Prüfung und erzähle dann jedem, falls ich sie bestehe, dass es meine erste ist. Und ich direkt bestanden habe. Wie das Wunderkind und Genie, dass ich eigentlich bin. Den Pinocchio in mir wird hoffentlich keiner erkennen. Und wenn der besagte Tag da ist, wo ich, als stolzer Durchfaller, endlich meinen Führerschein in der Hand halte, werde ich mich, stolz wie ein Oscar, der Menge stellen, die mir zu meinem glorreichen Sieg zu jubeln und noch einen drauf legen und elegant meine Fahrkünste präsentieren. Ein bisschen angeben hat ja noch nie jemanden geschadet. Und falsche Lob genauso wenig. Und so bin ich mehr Vin Diesel als Spongebob. Mehr Adler als Fuchs. Mehr Wolfgang Amadeus Mozart als Iggy Azalea. Mehr Schein als Sein.

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16 Gedanken zu “schwirrende Gedanken

  1. Nicht aufgeben, das passiert den Besten! Mein Sohn ist zweimal durchgefallen und wir haben die Daumen bis zum Knochenbruch gedrückt. Kenne viele, die die Prüfung zwei- oder dreimal gemacht haben. Fahrlehrer und Prüfer möchten doch auch Geld verdienen 🙂

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      1. Manchmal glaube ich sogar die Prüfer legen es darauf an. Beim ersten Mal sollte er in die nächste Straße rechts einbiegen, das war aber eine Anliegerstraße in die er nicht hätte fahren dürfen. Alles grenzwertig…. Es liegt bestimmt nicht am Unvermögen der Prüflinge, dass so viele immer wieder durchfallen. Alles Gute für das nächste Mal 🙂

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      2. Ja, die verarschen einen da schon sehr. Muss man echt aufpassen und hoffen, dass man einen „guten“ erwischt. Man sollte manchmal ein Auge zu drücken und nicht ein „Du hast vergessen, über die Schulter zu gucken“ als Grund dafür nennen, dass der Schüler nicht bestanden hat. Sont machen die sich – wie ich – nämlich total den Kopf! 😀
        Dankeschön! Das gibt einem Kraft 🙂

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  2. Liebe Didi, danke dir für deinen Besuch bei mir. Ich bin auch eine Durchfallerin beim 1. Mal, weil mir die Kurve am Friedensengel in München zum Verhängnis wurde. Ist aber auch schon 30 Jahre her – Gott bin ich alt.
    Du wirst deine Prüfung bestehen. Ändere deine Meinung über dich. Du bist sicher keine Versagerin und Trotz bringt uns in die Kinderschuhe, aber nicht auf den Weg. Wünschen ist ok, aber das Gefühl und die Energie – Haltung muss dazu passen. Ich habe es lernen dürfen / müssen und je früher du damit anfängst, desto leichter dein Weg. Liebe Grüsse Erika

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  3. Hallo Didi,
    bei vielen habe ich gemerkt das die, die eine Prüfung ablegen müssen, alles zu leicht nehmen. Etwas überheblich an die Sache heran gehen und sich wundern, dass es so nicht funktioniert. Andere machen sich nervlich fertig und kennen das Ergebnis schon vorher. Wider andere büffeln bis zur Erschöpfung und bei der Prüfung ist der Kopf leer. Also ist das Durchfallen vorprogrammiert? Nein. Es liegt an so vielen anderen Dingen, dass man alleine nicht verantwortlich gemacht werden kann. Schule, Beruf, Beziehungen, Wetter, Fahrlehrer, Prüfer usw. Von den Fahrlehrern in die irre geführt zu werden ist, sehr wichtig für die Konzentration. Nachher sitzt du am Steuer und bis für alles verantwortlich.
    Und nun ein gut gemeinter Rat vom alten Mann. Kümmere dich nicht um die Meinung anderer oder deren Einstellung. Wenn du die Sache Ernst nimmst, egal welche, kappt es auch.
    Du wirst deinen Führerschein auch machen und bestehen, da bin ich mir sicher.
    Sei lieb gegrüßt.
    Christian

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    1. wow, sehr lieb von dir, dass du dir die Mühe gemacht hast, mir so einen klasse Rat zu schreiben! Ich werde ihn definitiv beherzigen und nächstes mal 120% geben und dann jubbelnd mit meinem Lappen durch die Gegend rennen 🙂
      liebste grüße!

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