Treatment

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Suizid auseinander gesetzt?
Ein schwieriges, tiefgründiges Thema. Wir mussten von der Schule aus einen 10 min Film über Suizid drehen und dazu ein Treatment schreiben.
Es hat viel ‚Spaß‘ gemacht weil man die Tiefe der Seele erforschen musste, um es wirklich authentisch rüber zu bringen. Gerade bei Menschen in meinem Alter, betrifft dieses Thema viele persönlich, da die meisten mit schweren Problemen kämpfen, die keiner sehen kann.
Ich fand eigentlich, dass unser Film gut gelungen war. (Gab ne fette 1 dafür, hehe)
Hier sind ein paar Szenen, die ich für den Film geschrieben hatte.
Falls ich irgendjemanden, mit der Darstellung des Themas zu nahe trate, schreibt es mir bitte direkt. Danke.

Notizen:
Die Depression von Sophie wird durch eine schwarze Gestalt dargestellt. In der Selbstmord Szene sieht man die Gestalt hinter Sophie. In der Ritzt Szene sieht man diese Gestalt wieder mit ihr im Raum. Die schwarze Gestalt soll dem Zuschauer veranschaulichen wie sich Sophie fühlt.

Szene 1

Nach der Kündigung ihres Vaters, war Sophie gezwungen mit ihrem Vater nach Deutschland zu ziehen, da er dort ein Job Angebot bekommen hat. Sophie hatte gemischte Gefühle, was dies betrief, einerseits war sie aufgeregt. Ein neues Land, eine neue Sprache, neue Gerüche. Doch auf der anderen Seite hatte sie auch Angst. Angst davor gemieden zu werden, Angst davor keine Freunde zu finden. Sie sind mitten im Schuljahr umgezogen und als Sophie dann endlich auf ihrer neuen Schule war, fühlte es sich so an als würde ein LKW auf ihren Schultern liegen. Alle sahen so anders aus, sie verhielten sich anders. Sie wurde angeguckt. Warum? Sie ging still weiter. Ihr Herz pochte. Sie wurde immer noch angeguckt. ‘Oh gott.. mir wird übel.’ Runterschlucken und weiter gehen. Doch als sie merkte das man sogar anfing zu tuscheln, fing sie an zu zittern. ‘Das ist zu viel, das ist alles zu viel’ Sie wusste nicht wo sie war, sie wusste nicht wer die Leute waren und wohin sie musste. Sie fühlte sich so allein. ‘Ich bin anders. Ich bin anders und ich bin alleine.’ Als sie in die Tür zu ihrerm neuen Klassenzimmer öffnete, hoffte sie noch innerlich, dass wenn sie sie öffnete, ihre alten Freunde da säßen und ihr zu riefen würden ‘hey! Da bist du ja endlich! Du trödelst aber auch immer.’ Dann würde sie sich zu ihren Freundinnen setzen und einfach glücklich sein. Doch sie wusste all zu gut, dass das nur in ihren Träumen passieren könnte. Tief durchatmen. Klinke runter drücken und rein! Als sie aufblickte, sah sie tausend Gesichter die sie anguckten. ‘warum?’ Sophies Beine wurden starr, sie konnte einfach nicht einen Fuß vor den anderen setzten. Sie starrte einfach nur in die Klasse. Angst und Panik flackerten in ihren Augen. ‘Warum hören Sie nicht auf mich anzustarren?’ Gemurmel raunte durch die Reihen. ‘Ah, du bist bestimmt Sophie oder? Bist spät dran! Der Unterricht hat vor 10 Minuten angefangen.’ Sophie blickte zur Seite und sah eine ältere Dame. Anscheinend ist dies die Lehrerin. ‘Komm doch bitte nach vorne und stell dich vor’, sagte sie erwartungsvoll zu Sophie. Langsam ging Sophie Richtung Pult. Sie hörte nichts mehr. Nur ihren Atmen und ihre Schritte, die wie Trommelschläge langsam verhallten. ‘Das ist das erste mal, dass ich vor so vielen Menschen deutsch spreche.’ Sie biss sich auf Lippen. Sie spürte wie Sie vor Nervosität schon anfing zu schwitzen. Stotternd brachte sie die ersten Worte rüber. Blick dabei nach unten gerichtet. Aufeinmal lachte jemand. Warum? Einige schlossen sich dem Lachen an und schon bald wurde ein Gelächter daraus. Sophie hob langsam dem Kopf. “I-i-i-ch hei-ei-ße So-ophie.” Jemand ahmte sie nach. Diese peinliche Geste hatte das alles noch unterstrichen. Die Menge gröllte vor Lachen. Das Theater war perfekt. ‘Warum… Warum? Warum bin ich hier? Warum lachen sie? Wo bin ich?” Sophie fühlte, wie aus dem LKW ein Hochhaus wurde doch leider verschwand sie nicht im Boden. Nein, sie wurde zum Schaf. Verletzlich, leichte Beute. Und die anderen wurden Löwen, Zähne fletschenden Löwen, die Hunger hatten. Sophie konnte nicht mehr. Ihre Lippe tat schon weh, so sehr hatte sie darauf gebissen. Sie konnte nichts mehr sehen. Alles war so verschwommen. An ihren Wangen glitten Sie langsam runter, prallten auf den Boden auf. Tränen. Sophie war am weinen. Das Gelächter wurde noch lauter und Sophie immer, immer kleiner. Sophies Hände wurden zu Fäusten. “ WARUM ?!!! WARUM???”, schrie sie aufeinmal. Zorn spiegelte sich in ihren Augen wieder. Sie ist selber erschrocken. Für einen Moment verstummt die Klasse und ein Gefühl von Erleichterung macht sich in ihr breit. Doch das ist nicht von langer Dauer. “Was hat die denn? Erst stottern und jetzt rumkeifen? Naja, vielleicht benimmt man sich ja so in ihrem Hinterweltler Land!” Und da brach das Gelächter erneut aus. Noch aggressiver und lauter als zuvor. Und in Sophie machte sich eine Leere breit, eine Leere die so groß war wie der Ozean. Sie gehörte hier nicht hin.

Klick Hier für den zweiten und dritten Teil

Klick Hier für den vierten Teil

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3 Gedanken zu “Treatment

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