die Leinwand

Ich wollte heute wieder mal malen. Wieder mal. Endlich. Nach langer Zeit.
Ich war lange nicht mehr kreativ, produktiv. In jedem Sinne.
Ich weiß nicht wieso. Habe ich Sie verloren? Meine Kreativität? Meine Motivation?
Kann man sowas verlieren? Und wenn ja, wo findet man Sie wieder?
Jedenfalls.
Mich hat es heute doch gepackt, ich holte meine Leinwand und meine Pinsel heraus.
Wollte malen wie früher.
Gedanken verlieren, frei sein, wie früher.
Ich dachte es wäre leicht, wieder rein zu finden, in etwas was früher meine Energie war.
Ich malte mit Leidenschaft, mit Gefühl. Ich war wie in Trance. Es war meine Therapie. Mein Frieden, meine Befreiung.
Doch wie frei ist jemand in einem Käfig?
Früher viel es mir leicht Sachen zu malen, irgendwas. Ich habe wortwörtlich meine Gefühle gemalt. Wut, Trauer, Scham.
Ich habe die Negativität genommen und sie in die Leinwand eingesperrt.
Sie verschlossen.
Es war leicht, zu malen. Ich war stolz danach. Erleichtert.
Leichter.
Und nun saß ich heute wieder vor der Leinwand. Blickte auf Sie herab.
Wartete. Wartete auf irgendetwas.
Auf die Kreativität, die Gefühle, die Leidenschaft.
Wartete auf mich.
Nichts.

Immer noch nichts.
Nie wieder nichts, nichts, nichts, nichts.

Ich starrte auf dieses weiße, leere etwas. Beschämt, wie erbärmlich ich doch war, dass mir nichts einfiel.
Meine Bilder hatten mich wieder gespiegelt. Alles was ich war und alles wofür ich stand.
Doch nun?
Nichts.

War ich das vielleicht? Bin ich nichts? Bin ich die Leere, die sich in der Leinwand wiederspiegelt? Bin ich einfach unendliches nichts?
Nichts, ohne Gefühle, ohne Leidenschaft, ohne Kreativität.
Wer bin ich? Wenn ich das, was mich ausmacht, nicht mehr da ist,
WER BIN ICH?

Ich bin nicht glücklich, ich bin nicht unglücklich.
Ich bin einfach leer.

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dolor

Sie bekam kaum noch Luft. ‚Wo ist er?‘ Panisch drehte sie sich um, ihre Haare flogen durch die Luft. Sie atmete tief und schnell, ihr Brustkorb hob sich und legte sich direkt wieder. Sie fühlte ihre Beine nicht mehr, ihre Arme nicht mehr. Sie nahm nichts mehr war. Die einzige Emotion, die sie spürte, war Taubheit.
Sofern man Taubheit spüren konnte.
Irgendetwas stimmte hier nicht. Sie rannte durch das ganze Haus und schrie seinen Namen, riß jede Tür und stürmte in jedes Zimmer rein. Nur um das gleiche Ergebnis vorzufinden.
Er war nicht da.
‚Wo ist er?‘ Ihre Gedanken überschlugen sich, sie hörte die Warnung nicht mehr. Sie nahm die Realität nicht mehr wahr. Irgendetwas schnürte ihr die Kehle zu. Sie fasste sich mit einer Hand an den Hals und versuchte zu fühlen was es war, irgendetwas war in ihr, was ihr die Luft wegnahm. Irgendetwas erstickte sie von innen.
‚Nein. Es muss raus!‘ Sie kratzte verzweifelt solange, bis sie Blut unter ihren Fingernägeln spürte. Sie würdigte dem Blut keines Blickes. Sie nahm es nicht wahr. Es hörte nicht auf, ihre Kehle wurde immer enger und enger zugeschnürt.
„Aufhören!“ Sie schrie in der lautesten Stimme, die ihre Gedanken haben konnten. „Aufhören, aufhören, aufhören!!!“ Immer wieder stieß sie diese Laute von sich, gequälte Laute, doch niemand konnte sie hören. Die blutigen Kratzer an ihrem Hals brannten, es waren stechende Qualen. Doch es war ein Gefühl von Leben. Ein Gefühl von ihrer Kontrolle über ihren Körper. Doch über ihre Seele hatte sie jede Macht verloren.
AH! Sie hatte es. Sie hatte es fast ausgemacht, dieses Gefühl, dass ihr die Luft wegnahm. Es war tief in ihr drin. Nicht in ihren Beinen. Es war in ihrem Kopf und in ihrer Brust. Dort schlummerte es. Doch was war es? Es lastete auf ihr. Erdrückte sie fast und zermalmte sie, stellte ihr Fragen. Die Stimme dieses etwas dröhnte durch jede Körperzelle. Ihr Körper vibrierte, so laut waren die Laute. Sie hielt einen Moment inne. Dann schrie Sie. Sie lag zusammen gekauert auf dem Boden, wandte sich und verbiegte sich. Sie kreischte und tobte. Sie wollte, dass dieses Gift ihren Körper verließ.
Hat er das Gift hineingelassen? Sie kniete sich hin und stütze ihren Oberkörper mit ihren Händen ab. Etwas tropfte auf den Boden. Schon wieder! Wie ein kleiner Regen, prallte eine Träne nach der Anderen auf dem Boden auf. Jetzt endlich kam ihre Stimme wieder. Doch das Gebrüll, dass in ihrem Kopf schlummerte und tobte, hörte man nur als leises, einsames Wimmern.
Er ist weg und hat sie alleine gelassen.

„Für Karneval gehe ich als Flüchtling, bekomm‘ dann alles umsonst.“

Freier Eintritt, freie Getränke, alles kostenlos. Hach, so’n Leben als Flüchtling hat schon was, oder? Gerade zur festlichen Zeit, schnorren sich diese Flüchtlinge durch, da fallen einem die Augen raus!
Und ICh, als DEUTSCHER STAATSBÜRGER, muss mit meinem wohl verdienten Geld alles selber finanzieren? Ich mein, hallo Merkel? Tickste noch ganz richtig?
Naja, was die können, kann ich schon lange! Deswegen gehe ich als Flüchtling.
Alles gratis. Rassismus und Erniedrigungen inklusive. Der Wahnsinn, oder?
Sooo, dann nur noch bei Amazon einen Krieg, der meine Söhne getötet hat, bestellen und fertig.
OH, WARTE! Die Vergewaltigung meiner Töchter von ISIS Terroristen, gibts gratis mit dazu! Na wenn das mal kein Schnäppchen ist?
Mhh… Was fehlt meinem Kostüm den noch?
Ach, dieses ständige Suchen nach dem richtigen Accessoire nervt aber auch.
Traumatische Belastungsstörung für nur 5,99? Das wird der Hit schlechthin!
Wer hätte gedacht, dass man so etwas so schnell uns günstig ersteigern kann? Die Welt ist schon der Wahnsinn.
Oki doki. Weiter geht’s! Mir fehlt jetzt nur noch das gewisse Etwas für einen perfekten Look… grübel grübel…
Vielleicht sollte ich eine andere Sprache sprechen, so dass mich niemand versteht und ich in einem Land lebe, in dem mir alles fremd ist? Das wäre doch mal sau komisch, oder?
NOCH BESSER!!!! Wie wäre es, wenn ich Menschen dazu bringe mich anzuspucken, mich zu verprügeln und mich zu erniedrigen? Boaaah, alter falter, so’n authentisches Kostüm hatte ich schon lange nicht mehr.
Perfekt. Was tut man nicht alles für freien Eintritt?

Okay, ihr da draußen, die ihr vor dem Laptop, Handy oder was für ein anderes Gerät der Technik Gott entworfen hat, sitzt, jetzt mal Klartext!
Wenn ihr diesen Text angeklickt habt weil ihr empört oder entsetzt, über die Überschrift seid, dann gut gemacht. Braves Kerlchen. Daumen hoch! Ehrlich.
Wenn ihr diesen Text aber jedoch angeklickt habt weil ihr schmunzeln oder gar lachen musstet, dann habt ihr entweder einen sehr respektlosen, schwarzen Humor oder ihr seid ganz einfach: ein Rassist.

Übrigens, wenn du einen Satz beginnst mit „Ich bin zwar kein Rassist, ABER…“, dann besteht die hohe, nein Quatsch, dann bist du, MIT GARANTIE, auch ein Rassist. #sorrynotsorry

Tut mir leid, euch das sagen zu müssen aber ihr seid Rassisten. Denn diese Überschrift ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch höchst diskriminierend.
ACH und wie ich mir schon eurer Augenrollen vorstellen kann, dass der Quotentürke wieder stolze, deutsche Bürger beleidigt, alles hochschaukelt, dramatisiert und Fakten verdreht. Mal wieder tüüüüüüüüpisch. Ich mein, ich muss doch zu denen halten, oder? Ich bin ein Ausländer, also MÜSSEN wir zusammen halten. Deswegen ist meine Meinung auch schon direkt wieder weniger wert oder wird gar nicht erst beachtet.
Ausländer müssen halt zusammen halten. Bin ich in euren Augen auch ein schmarotzender Flüchtling, der euer schönes, friedvolles, Schmetterling scheißendes Land verpestet OBWOHL man uns ja soviel hilft?
Undankbares Volk einfach. Typisch Ausländer. Typisch Flüchtling. Typisch wir.
Doch all das, all dieser nonstop Schwachsinn, ändert nichts an der Tatsache, dass so eine Aussage rassistisch ist und du, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einer bist.
Der (und hier wird es lustig, meine Damen und Herren) noch nicht einmal davon weiß.
Ulkig oder? Doch solche ein Ausnahme Phänomen ist nicht so außergewöhnlich, wie die meisten denken. Denn dank vieler Politiker, Menschen, die unser Land, unser Volk leiten sollten, halten es viele für „normal“ so zu denken. Oder schlimmer noch, sie halten es für unnormal, anders zu denken.
Ist dass der Sinn der Menschheit? Dass wir nur das essen, was uns vorgekaut wird?
Die super hochentwickelte mega kluge und übelst krass geil intelligente Rasse.
Eine Rasse, die noch nicht einmal bemerkt, was Rassismus ist.

P.S. : dieser text, sollte mit sehr viel Sarkasmus gelesen werden. und nicht falsch verstehen, ich beziehe mich hier nur auf einen teil von menschen innerhalb deutschland. ich würde nicht sagen mit stolz, denn das hat einen biederen nachgeschmack, sondern mit gewissheit weiß ich, dass der größtteil versucht zu helfen und sehr viele es auch wirklich tun.
Ich selber spende und habe auch schon ein flüchtlingsheim besucht.

schwirrende Gedanken

Führerschein Theorie? Beim zweiten Versuch? Check. Führerschein Praktisch? Durchgefallen.
Das ist meine Bilanz. Das erste Mal immer durchfallen. Ich bin ein Durchfaller. Den Spott von einigen Freunden, möchte ich mir gar nicht erst anhören. Deswegen: wehe wenn ihr es weiter sagt!
Eigentlich bin ich mit der Einstellung dahin gegangen, dass ich es nicht schaffe. Absolut keine Erwartungshaltung. Ich wusste, ich schaffe es nicht. Doch wenn ich es schon wusste, warum habe ich mich überhaupt für die Prüfung angemeldet? Bin ich etwa ein Masochist, der darauf steht öffentlich gedemütigt zu werden? Der es liebt, die Enttäuschung der Eltern in ihren Augen lesen zu können? Der es erregend findet, vom Prüfer und vom Fahrlehrer mit strafenden Blicken gemahnt zu werden? Bin ich etwa so eine Person? Meine Mutter sagt immer: ‚Wenn du dir etwas vornimmst, dann klappt das. Wünsch dir deinen Führerschein einfach und du wirst ihn bekommen.‘ Als pessimistischer Zyniker, konnte ich ihre naiven Worte nur belächeln aber steckte dort vielleicht doch ein bisschen Wahrheit drin? Weiterlesen

Anders

Kennt ihr schon die ulkige Geschichte von der Freundschaft zwischen dem Bären und dem Wolf? Nein, es ist kein Grimm Märchen, dass eine versteckte Bedeutung hat. Es ist eine reale, ungewöhnliche Freundschaft zwischen zweier Individuen. Aber eine versteckte Bedeutung hat Sie dennoch.
Der Naturfotograf Lassi Rautiainen hat in der Wildnis Finnlands etwas entdeckt, was nicht gerade der Norm entspricht. Zwei Raubtiere, die normalerweise natürliche Feinde sind, haben in dem jeweils anderen, einen neuen Freund gefunden. Niemand weiß, wieso und warum ein Wolf sich nicht einem Wolfsrudel angeschlossen hat, sondern stattdessen einem Bären folgt. Niemand versteht die beiden, zwei Raubtiere, zwei Feinde, die zu Brüdern wurden.
Doch die Reaktionen auf das ungleiche Paar, sind gleich. Jeder ist fasziniert und beeindruckt von den beiden Wildtieren. Doch es ist mehr als das, die Natur zeigt uns, dass jeglicher Feind zu deinem Freund werden kann. Sie zeigt uns, dass es nicht von Bedeutung ist, wenn dass was du machst oder wen denjenigen den du magst, anders ist. Wenn andere der Meinung sind ‚hey, das passt doch nicht! Er ist nicht wie wir, du bist nicht wie Sie!‘. Wenn man meint, dass zwei Individuen nicht zusammen gehören, da sie zu unterschiedlich sind. Wenn es schon so viel Hass und Missverständnis auf der Welt gibt, dass sogar die Natur anfängt sich dagegen zu wehren.
Man kann natürlich noch viel mehr darin hinein interpretieren oder man könnte natürlich auch ganz logisch denken und einfach meinen, dass es nur ein Zufall ist, jedoch ist die Messages der beiden Raubtiere mehr als deutlich.
Ganz egal wer du bist, woher du kommst, was man von dir erwartet, es ist dir überlassen, wenn du als deinen Freund ansiehst.
Doch weshalb ist jeder von der Geschichte zwischen den zwei unterschiedlichen Individuen fasziniert, ist jedoch abgeneigt, diese Verhaltensweise, auch auf Menschen zu beziehen?

Märcholie der Unschuldigen – Teil 3

Amelies Zimmer war im zweiten Stockwerk am Ende des Flures, hoch genug um noch die Kaiserstadt zu erblicken und niedrig genug, um noch unverletzt aus dem Fenster springen zu können. Denn als Amelie ihr 10tes Lebensjahr erreicht hatte, wurde ihr zu Ehren eine große Feier gegeben. Doch komischerweise war Amelie diejenige, die am wenigstens Spaß hatte. Ihr war bewusst, dass ihre Geburtstagsfeier eine große Sache für ihre Familie war, es war die perfekte Gelegenheit die Kontakte aufzubessern und neue, gewinnbringende zu schließen. Ihr Vater und ihre Mutter ließen alle Adligen, die etwas zu sagen hatten und den Minister und seine Frau, einladen. So kam es dann, dass das Anwesen so prachtvoll geschmückt wurde wie nie zu vor. Es wurde so viel mit Diamanten und edlen Möbeln bestückt, dass man es gar nicht hätte wieder erkennen können, würde man es nicht jeden Tag sehen. Delikatesen aus der ganzen Welt wurden bestellt. Bunte Früchte, die Amelie noch nie zuvor gesehen hat. Nur das beste und teuerste. Denn es war natürlich nicht nur eine Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, auch war es eine Gelegenheit, den Anderen zu beweisen, wie wohlhabend die Beifongs wirklich waren. Es war eine Gelegenheit, ihre Macht zu demonstrieren und die argwöhnischen Kritiker verstummen zu lassen. Denn nicht all zu selten, versuchte man einen Putsch gegen die Familie von Amelie. Man wollte sie scheitern sehen, am Boden sehen. Man wollte ihren Platz einnehmen. Weiterlesen

I’m just human – Teil 1

Eifersucht – oder doch etwas anderes?

Bin ich es? Eine simple Frage, mit verständlichen Wörtern. Doch denoch verstehe ich die Frage nicht. Eher gesagt, verwirrt sie mich weil ich keine Antwort darauf finde. Heißt es nicht „Meins ist Meins“? Doch auf der anderen Seite, kann man eine Person nicht zu seinem Eigentum machen. Doch er möchte eine Antwort. Das ist doch auch berechtigt, eine Antwort auf seine eigene Frage möcht doch jeder, oder?
Nur ich weiß nicht, ob ich ihm ehrlich antworten kann. Denn kenne ich meine eigenen Gefühle so gut, dass ich weiß, wie ich wo reagieren würde? Weiterlesen